Der richtige Umgang mit Menschen

Wir haben täglich mit anderen Menschen zu tun. Sei es nun im Berufsalltag, während der Schule oder dem Studium oder in der Freizeit. Ich konnte allerdings schon sehr oft beobachten, dass nicht jeder gleich gut mit anderen Menschen umgehen kann. Oft ist es so, dass diejenigen, die wissen, wie man richtig mit anderen Menschen umgeht, bevorzugt behandelt werden. Sie bekommen bessere Noten in der Schule oder im Studium, sie werden von anderen Leuten unterstützt und sie sind es, die die guten Jobs bekommen. Du willst auch zu diesen Personen gehören? Dann ließ einfach weiter…

Woher haben wir eigentlich gelernt, wie wir mit anderen Menschen richtig umgehen?

Es gab in der Schule nie ein Fach, das sich primär mit diesem Thema beschäftigt hat. Den Umgang mit Menschen haben wir nämlich in erster Linie durch die Erziehung gelernt. Entweder wurde es uns direkt gesagt, wie wir uns verhalten sollen oder wir haben bedeutende Personen in unserer Umgebung imitiert. Wir imitieren noch heute die wichtigen Menschen in unserer Umgebung auch wenn es uns vielleicht nicht bewusst ist. Somit verhalten wir uns sehr ähnlich wie die Menschen, mit denen wir am meisten Zeit verbringen. Ob dieses Verhalten gegenüber anderen Menschen nun richtig oder falsch ist, fragen wir uns allerdings eher selten.

Als ich das Buch „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie gelesen habe, hat es mir die Augen geöffnet. Mir sind so viele Fehler aufgefallen, die ich im Umgang mit anderen Menschen gemacht habe, dass es schon fast peinlich war. Das Schlimmste daran war, dass ich die Fehler nicht einmal bemerkt habe.

Ich will dir nun konkret erklären, wie du mit anderen Menschen richtig umgehst, um die Reaktion hervorzubringen, die du dir vorstellst.

 


Es gibt im Grunde drei Grundregeln, wie man richtig mit anderen Menschen umgeht:

    1. Kritisiere niemals eine andere Person
    2. Erkenne die andere Person an
    3. Bringe den anderen dazu, von sich aus zu wollen, was du von ihm verlangst

 

1. Kritisiere niemals eine andere Person

Konstruktive Kritik richtet sich an die Sache und nicht an die Person. Es kann zu einer Verbesserung beitragen und bewirkt somit in den meisten Fällen ein positives Resultat. Wichtig dabei ist allerdings, dass es wirklich eine sachliche Kritik ist, die eben nicht die Person selbst kritisiert!

Negative Kritik ist dagegen sinnlos. Diese Form von Kritik bewirkt, dass sich die kritisierte Person angegriffen fühlt und damit beginnt seinen Standpunkt zu verteidigen. Darüber hinaus ist es so, dass man mit Kritik den anderen emotional verletzt, sein Selbstvertrauen schädigt und dass das Verhältnis zu dieser Person vorrübergehend angespannter wird.

In einer Studie des Psychologen und Verhaltensforschers B.F. Skinner wurde erkannt, dass positive Verstärker (also z.B. Lob) weitaus besser auf die Umsetzung bestimmter Verhaltensweisen eines Menschen wirken als negative (z.B. Bestrafungen).  Menschen sind also eher dazu bereit, das zu tun, was von ihnen verlangt wird, wenn sie gelobt werden. Kritik hingegen sorgt nicht für eine nachhaltige Änderung des Verhaltens, sondern nur für Unzufriedenheit und Entmutigung.

Langfristig gesehen ändert Kritik rein gar nichts an der Situation.

Schon Abraham Lincoln erkannte, dass negative Kritik oft schlichtweg sinnlos ist, weil es nicht das bewirkt, was man von den anderen fordert. Stattdessen kränkt es die anderen nur und man entfernt sich von seinen eigentlichen Zielen.

Was du unbedingt beim richten Umgang mit anderen Menschen beachten solltest ist, dass Menschen nicht rational sind. Auch wenn uns die Theorie des homo oeconomicus etwas Anderes weiß machen will, gilt das irrationale Verhalten der Menschen auch für den wirtschaftlichen Bereich. Menschen sind emotional, handeln oft impulsiv und werden von ihren eigenen Wertevorstellungen, Zielen, Gewohnheiten, Einstellungen und ihrer Umgebung beeinflusst.

Einer der wesentlichen Gründe, warum z.B. Benjamin Franklin so erfolgreich war, war seine Fähigkeit mit anderen Menschen umzugehen. Er sagte nie etwas Schlechtes über andere Menschen, sondern lobte sie aufrichtig. Der richtige Umgang mit Menschen ist also auch ein Turbo in der Karriere.

Wenn du also das nächste Mal dazu neigst, jemanden zu kritisieren, versuche dich lieber in ihn hineinzuversetzen. Frage dich warum die Person so handelt, um die Situation besser verstehen zu können. Und wenn du kritisieren willst, dann solltest du es nur konstruktiv und nur auf die Sache gerichtet tun.

 

2. Die andere Person anerkennen

Warum tut jemand das, was er tut? Wenn es nicht gerade eine intuitive Handlung ist, gibt es für jedes Verhalten ein bestimmtes Motiv. Dabei unterscheidet man zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Intrinsisch bedeutet, dass deine Motivation aus dir selbst kommt, also von innen. Extrinsisch bedeutet, dass eine andere Person dich motivieren will – die Motivation kommt also von außen. Die intrinsische Motivation ist deutlich nachhaltiger und motiviert auch sehr viel stärker, etwas zu tun. Aus diesem Grund kannst du nur auf eine Weise andere Menschen dazu bringen, etwas Bestimmtes zu tun. Du musst es schaffen, dass sie es selber tun wollen, was du von ihnen verlangst! Es muss also für sie eine intrinsische Motivation sein! Dies kannst du erreichen, indem du ihnen gibst, was sie wollen.

Was wollen andere Menschen aber nun? Einer der größten Wünsche des Menschen ist es bedeutsam zu sein. Viele Menschen streben nach Anerkennung und Lob, wobei es natürlich immer ehrlich gemeint sein muss. Wenn du anderen Menschen also genau dies gibst, kannst du ihren Ehrgeiz anheizen, was nichts anderes bedeutet, als dass sie sich selbst intrinsisch motivieren. Du hast sie also auf deiner Seite. Oft ist es aber so, dass du, so wie ich und viele weitere Menschen, eher dazu neigen das Negative hervorzuheben und zu kritisieren und das Positive als selbstverständlich abzutun und es keiner Beachtung zu schenken. Dies hat natürlich genau die gegenteilige Wirkung: Andere fühlen sich demotiviert und frustriert.

Ist dir eigentlich mal aufgefallen, dass du zu etwa 95% deiner Zeit über dich selbst nachdenkst? Die wichtigste Person in deinem Leben bist du selbst. Wenn du aber damit anfängst, mehr Aufmerksamkeit auf andere Menschen zu legen, wird es dir viel leichter fallen, etwas zu finden, was du bei anderen ehrlich loben kannst. Wenn du häufiger andere lobst, schenkst du ihnen und dir selbst gute Laune. Bei den anderen kann dieses gute Gefühl sogar noch den gesamten Tag anhalten und für dieses Geschenk musstest du nicht mal Geld ausgeben! Wie du siehst, kannst du mit dieser einfachen Methode viel bei anderen bewirken und alle profitieren davon.

 

 3. Bringe den anderen dazu, von sich aus zu wollen, was du von ihm verlangst

Nehmen wir an, du bist ein Verkäufer und willst einem potenziellen Kunden ein Produkt verkaufen. Dann ist es am sinnvollsten dem Kunden zu zeigen, was der davon hat, wenn er das Produkt kauft. Wenn du aber nur von deinem Unternehmen und deinem Produkt erzählst, kannst du diese Präsentation so spektakulär gestalten wie du willst, aber der Kunde wird  vermutlich nicht anbeißen. Er sieht nämlich nicht, was er für einen Nutzen daraus ziehen könnte. Ein guter Verkäufer zeigt also, wie er mit seinem Produkt ein Problem des Kunden lösen kann. Er versetzt sich in den Kunden hinein, um dessen Bedürfnis zu erkennen.

Dieses Verhalten gilt nicht nur für den Verkauf von Produkten. Häufig redet man nur über sich selbst, seine eigenen Wünsche und Probleme. Da sich die Menschen aber am meisten für sich selbst interessieren, wirst du damit nicht viel Aufmerksamkeit und Interesse beim anderen erzeugen können. Wenn du stattdessen einer der wenigen bist, die sich Gedanken über die anderen machen, und versuchst ihnen wirklich zu helfen, dann stichst du positiv aus der Masse heraus. Anderen Menschen zu helfen ist außerdem die Grundlage der Wirtschaft. Das bedeutet, dass es gar nicht immer so eigennützig ist, wenn man anderen Menschen hilft, indem man z.B. ein Produkt verkauft, das ein Problem der Kunden löst. Es ist immer eine Win-Win Situation.

Du kannst also andere Menschen sehr viel besser erreichen und beeinflussen, wenn du dich in sie hineinversetzt und dich fragst, was sie wollen oder was sie möglicherweise wollen könnten (Beispiel Marktforschung). Erst dann kannst du das Bedürfnis bei ihnen wecken, das zu tun, was du von ihnen willst. Auf das obige Beispiel bezogen, würde es heißen, dass du bei dem Verkauf eines Produkts zuerst in Erfahrung bringen musst, was der andere wohl möglich für Probleme hat, die du mit deinem Produkt lösen kannst. Dann kannst du ihm das Produkt als Lösung anbieten und damit beim Kunden den Wunsch wecken, dieses Produkt zu kaufen. Dieser Wunsch wäre nicht existent, wenn du dem Kunden nicht auf sein Problem hingewiesen hättest, das du nun lösen willst.

Um es auf dem Punkt zu bringen:

Wenn du jemanden dazu bringen willst, etwas Bestimmtes zu tun, musst du vorher in ihm das Bedürfnis wecken, es selbst tun zu wollen.

 

Quelle: „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie.

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